Zeitungsberichte und Bildergalerie zum Spatenstich am 16. Mai 2007

Bericht aus der "Rheinpfalz" von Thomas Leimert

Anziehungspunkt für Jugend

Der Bau des Jugendförderzentrums in der Gartenstadt kann beginnen. Am Mittwoch, 16.5. wurde auf dem Sportgelände des Ludwigshafener SC vor über 200 geladenen Gästen der erste Spaten in die Erde gerammt. Oberbürgermeisterin Eva Lohse nannte das Projekt einen Meilenstein für den Sport und die Jugendförderung in der Stadt.

Bis Ende des Jahres sollen für ca. 1,8 Millionen Euro ein Flachbau mit begrüntem Dach und Solaranlage sowie ein eingeschossiger Bau in Massivbauweise entstehen, wie Architekt Martin Vorfelder ausführte. Insgesamt wird eine Fläche von 758 Quadratmetern überbaut. Es entstehen Seminar-, Umkleide-, Dusch-, Kraft- und Funktionsräume, die mit modernsten Geräten ausgestattet werden. Ludwigshafen ist nach Zutzenhausen und Walldorf der dritte Stützpunkt dieser Art.

Das Konzept "Anpfiff ins Leben" von SAP-Gründer Dietmar Hopp sieht eine Ausbildung auf und außerhalb des Fußballplatzes vor. "Es soll eine Orientierung für die Jugend sein, die sportliche, aber auch schulische und berufliche Ziele verfolgt. Deshalb streben wir eine Kooperation mit Vereinen, Schulen, Verbänden und sozialen Einrichtungen an", erläutert Anton Nagl, Vorsitzender der Förderstützpunkte Jugendsport. Damit werde auch ein Signal in die Region gesandt. "Die Verzahnung von Schule und Jugendförderung ist ganz wichtig. Wir bieten zum Beispiel Hausaufgabenbetreuung und Förderunterricht an, unterstützen aber auch mit Kooperationspartnern bei der Berufswahl", steckte Nagl das Förderspektrum ab.

LSC-Vorsitzender Walter Winkelmann sieht den erzieherischen Gedanken im Fokus des Konzepts. "Wir schaffen Räume und öffnen Türen. Durch die müssen die Jugendlichen gehen und das Konzept mit Leben erfüllen".

"Das ist ein großer Tag für die Gartenstadt. Der Stützpunkt ist eine weitere soziale Einrichtung im Stadtteil und ein Anziehungspunkt für die Jugend", meinte Ortsvorsteher Klaus Schneider.

 

 

 

 

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Hintergrundbericht der Rheinpfalz-Mitarbeiter Marek Nepomucky und Thomas Leimert

Hopps Talentschmiede als Gegenpol

Die Bezirkssportanlage des Ludwigshafener SC wird Standort des dritten Jugendförderzentrums "Anpfiff ins Leben" der Dietmar-Hopp-Stiftung. Es ist der erste Stützpunkt für Jugend-Fußballer des SAP-Mitbegründers in Rheinland Pfalz. Am Mittwoch war Spatenstich. 1,8 Millionen investiert Hopp.

"Das unkooperative Verhalten des 1. FC Kaiserslautern" war Auslöser für den LSC, den Weg zu Dietmar Hopp zu gehen. So kam das Jugendförderzentrum auf den Weg. Norbert Rühm, der Jugendleiter des LSC, schrieb einen Brief an den damaligen Erstligisten und bat darin um ein Vorbereitungsspiel der FCK-U19-Mannschaft gegen den LSC. Doch der frühere U19-Trainer Michael Dusek habe das Spiel - angeblich aus Termingründen abgelehnt - und weil der LSC nicht den großen Namen habe.

Dabei ist der Verein in der Vorderpfalz traditionell einer der führenden Klubs in der Jugendarbeit. Der FCK bediente sich in der Vergangenheit mehrmals beim LSC. Erik Rehhäuser (mittlerweile FSV Oggersheim), Uwe Rebholz und Chris Chorrosch wechselten auf den Betzenberg. Wei der LSC den Spielern keinen Vertrag geben kann, gingen die Talente ablösefrei zum FCK. Mainz 05, der SC Freiburg und der FSB Ludwigshafen-Oggersheim hätten dennoch eine kleine Aufwandsentschädigung gezahlt. Der enttäuchte Rühm schrieb darauf hin an Dietmar Hopp, Mitbegründer des SAP-Konzerns. Sechs Wochen danach trafen sich Vertreter des Jugend-Förderzentrums in Walldorf. Es folgten dann mehrere Treffen auf höchster Ebene. Am Mittwoch nun war Spatenstich auf der LSC-Anlage. 1,8 Millionen Euro investiert die Hopp-Stiftung. Ein Kunstrasen und ein Gebäudetrakt für Umkleiden, Kraft- und Seminarräume soll bis Jahresende entstehen.

Doch die Infrastruktur alleine zeichnet das Modell nicht aus. Vielmehr ist es das Konzept der Förderstützpunkte, das die Bundesligisten, aber auch europäische Vereine bewundern. Die jungen Fußballer sollen auf und außerhalb des Platzes zu Persönlichkeiten ausgebildet werden. Dafür stehen mehrere Sponsoren und Kooperationspartner zur Seite. "Fair Play, Teamgeist, gegenseitige Toleranz und Respekt: Nur wer das lernt, kann es schaffen, im Leben ein ganz Großer zu werden", sagt Anton Nagl, Vorsitzender der Förderstützpunkte.

So können die derzeit etwa 600 Jugendlichen in Zutzenhausen und Walldorf auf 60 Mentoren bei SAP, Lehrer aus der Region und Studenten der Universität Karlsruhe zurückgreifen. Diese helfen ihnen bei komplizierten Sachverhalten in der Schule.

Die Konkurrenz sieht das Konzept der Förderstützpunkte unterschiedlich. Erwin Göbel, Vorstandsvorsitzender des FCK sagt: "Uns ist nicht bange vor dem Stützpunkt. Natürlich können wir finanziell nicht mit Herrn Hopp konkurrieren. Dafür müssen wir unsere Pfunde in die Waagschale werfen." Ede Becker, Trainer der Karlsruher SC, räumte bei einem Besuch der Rheinpfalz-Sportredaktion ein, dass die Stützpunkte eine Gefahr für den KSC darstellten. "Wir spüren schon, dass einige Talente zur TSG Hoffenheim wechseln", sagte Becker.

Dietmar Hopp sagte am Mittwoch in einem Interview: "Wir sind selbsbewusst genug zu glauben, dass sich der eine oder andere in Richtung Hoffenheim orientieren wird."